Hilfe für Erdbebenopfer in Chile

Ein Bericht von Verónica Franco Arratia

Lieber Heiko, lieber Markus!

Herzlichen Dank an Euch und alle, die in Eurer Hilfsaktion gespendet haben. Trotz aller Not der Menschen in den betroffenen Regionen tut es gut zu wissen, dass die Welt sie nicht vergessen hat.

Ich habe nun zwei Familien herausgesucht, die das Geld direkt von mir erhalten werden. Dabei wurde der Schaden, den das schwere Erdbeben an ihrem Haus anrichtete genauso berücksichtigt wie ihre Einkommenssituation und die Tatsache, dass keinerlei Hilfe vom chilenischen Staat zu erwarten ist.

Familie Uribe-Vera

Diese Familie wohnt im Sektor „Puente El Ala“, 12 km von Chillan (Richtg. Portezuelo). Sie besteht aus folgenden vier Personen:

  • José Miguel Uribe Riquelme, der Familienvater, (54 Jahre), arbeitet in der Landwirtschaft.
  • Seine Frau, Dielita del Carmen Vera Navarrete, (50 Jahre), Analphabetin, Hausfrau.
  • José Miguel Uribe Vera (29 Jahre) und Marcelo Andres Uribe Vera (27 Jahre) die beiden Söhne, arbeiten im Milchwerk Longavi.


Am Morgen des 27.02. verloren die Familie das Haus, das ihnen der Landeigner überlassen hatte.
Glücklicherweise hatten sie das Haus verlassen weil sie Schreie der Tiere gehört hatten und nach dem Rechten sahen, sonst wären sie wohl in den Trümmern begraben worden. Das Haus ist total eingestürzt.
Die nicht zerstörten Möbel haben sie in eine geliehene Wohnung gebracht, die ungefähr 3 km entfernt liegt (im Sektor Malloa). Diese Entfernung zur Arbeit legen sie z.Zt. per Pferd zurück.
Jeder der Uribe-Vera-Geschwister hat einen Sohn, der jeweils von der Mutter aufgezogen wird. Die Väter müssen das Familieneinkommen verdienen.

Familie Moya-Valenzuela
Diese ist wohnhaft im Stadtteil Luis Cruz Martinez in Chillan. Sie besteht aus 5 Mitgliedern:

  • Oscar de la Rosa Moya Acuña (61 Jahre), bekommt eine kleine Pension.
  • Carmen Rosa Valenzuela Flores, Oscars Frau, (61 Jahre) bekommt ebenfalls eine winzige Rente und arbeitete als fliegende Händlerin für Blumen.
  • Ricardo Antonio Moya Valenzuela (29 Jahre), ein Sohn der beiden, alleinstehend, arbeitslos.
  • José Alberto Faundez Moya (18 Jahre), ein Enkel, arbeitslos.
  • Paloma Belén del Carmen Moya Alvarez (8 Jahre), eine Enkelin, geht in die Schule Escuela Hispanoamericana.


Das Ehepaar Moya-Vlanzuela hat 6 Kinder. Im Moment des Erdbebens befanden sich 17 Familienangehörige im Haus. Das Haus, in dem sie wohnten war ihr Eigentum, das Grundstück haben sie in einer Landverteilung bekommen. Die Wohnung war 40 Jahre alt. Ein grosser Teil des Hauses wurde zerstört. Die Techniker der Gemeinde haben es daraufhin für einsturzgefährdet erklärt und beschlossen, daß es komplett abgerissen werden muß. Es hatte schon Risse, die Wohnung konnte nicht weiter bewohnt werden, die Gefahr eines Einsturzes bei einem Nachbeben wäre zu groß gewesen.

Einer der Gründe, warum ich Euch die Familie ausgewählt habe, ist, daß sie keine Hilfe vom Staat erhalten werden. Und zwar ganz einfach deswegen weil sich bisher keine Autorität in diesem Stadtteil hat sehen lassen.Wie Ihr auf den Fotos sehen könnt sind überall im Stadtteil schwarze Fahnen gehisst. Und überall sind Wandmalereien, die die fehlende Hilfe der Autoritäten anmahnen - v.a. die fehlende Hilfe des Bürgermeisters.

Ich danke nochmals im Namen der Familien allen Spendern für die Hilfe und die Unterstützung!

Herzliche Grüße aus Chile nach Deutschland sendet

Verónica Franco Arratia


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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