Peru

Das Erbe der Inka

»Wenn Ihr mein Land kennenlernen und verstehen wollt, dann müßt Ihr zurück in die bewegte Geschichte Perus, müßt aus allen Landesteilen die einzelnen Fragmente dieses Landes wie die Teile eines Puzzles zusammentragen!«

(Professor Luis Milliones, Anthropologe an der Universität Lima)

Viele Monate teils abenteuerlicher Reisen sollte es dauern, die Teile des Puzzles in Peru zu suchen und schließlich zu einem einheitlichen Bild zusammenzusetzen: Die Wege führten abseits der großen Straßen, waren oft lang und beschwerlich, aber stets faszinierend und interessant.

Immer wieder war Cuzco, der Mittelpunkt der damals bekannten Welt, der Ausgangpunkt für ihre Expeditionen. Das Vermächtnis der Inka – hier ist es in jedem Winkel präsent. Beim heiligsten aller Feste, der Sonnwendfeier Inti Raymi, erwachen die geschichtsträchtigen alten Mauern zu neuem Leben. Von hier zogen die großen Heere der Inka aus, um Südamerika zu erobern, es in ihre Reich einzugliedern und aufzuteilen in vier Verwaltungsbezirke, die »Suyos«, die »Weltgegenden«.

Da ist Collasuyo, der Süden, wo die Inkakultur der Legende nach ihren Ursprung hat. Hier, wo das Klima trotz der großen Höhe erträglich und die Erde fruchtbar ist, leben die Menschen auch heute noch wie zu Zeiten der Inka. Heiko Beyer nahm sich Zeit für die Menschen, blieb mehrere Wochen beim Volk der Uro, fuhr mit ihren berühmten Schilfbooten zum Fischen auf den See hinaus, ließ die Magie der Sonneninsel in ausgiebigen Wanderungen auf sich wirken.

Arequipa, die weiße Stadt, war der Schlüssel zu Condesuyo, der Gegend tief eingeschnittener, wilder Schluchten und imposanter Vulkankegel. In der Wärme der ersten Strahlen der aufgehenden Sonne schweben riesige Kondore über den Köpfen der Campesinos, die mit ihren Lasttieren über steile Handelswege abgelegene Dörfer am Rande des gewaltigen Colca Canyons versorgen. In der eisigen Höhe des mächtigen Mismi-Massivs erblickt die Quelle des berühmten Rio Amazonas zum ersten Mal das Licht der Welt.

Plakatdesign

Sein Wasser führt über die Anden bis nach Andesuyo, dem peruanischen Amazonastiefland. In einem unglaublichen Farbenspiel umkreisen bei Sonnenaufgang riesige Schwärme bunter Aras wie schillernde Farbblitze ihre Lehmlecken. Die beiden Fotojournalisten begleiteten Biologen auf verschlammten Urwaldpfaden und bis in die 40m hohen Kronen gigantischer Urwaldriesen, um die Brutpflege dieser fliegenden Edelsteine des Amazonas zu dokumentieren.

Das peruanische Kaleidoskop ist bunt und vielfältig: Im heißen Wüstensand der Küste zeugen rätselhafte Linien und Pyramiden davon, daß es lange vor den Inka viele andere Hochkulturen gab. Für den Grabräuber Roberto ist es zum Beruf geworden, die alten Ruinen zu plündern und reiche Kunstsammler in aller Welt mit Kunstschätzen zu beliefern. Das Ausbluten der eigenen Kultur als vermeintlicher Ausweg in eine bessere Zukunft.

Chinchasuyo, im Norden des Reichs, beherbergt die Cordillera Blanca, den Himalaya Südamerikas. An den Rändern fruchtbarer subtropischer Hochtäler, wo Kolibris den Nektar von urzeitlichen Riesengewächsen aufsaugen, ragt das kalte ewige Eis bizarrer Bergriesen in den stahlblauen Himmel.

Am Ende vieler Reisen hatten sich die Einzelteile zu einem harmonischen Ganzen zusammengefügt: Zu Peru, dem Erbe der Inka.

 

Peru: Livevortrag, Digitalprojektion Standbild, Länge ca. 100 min.



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